Stadtplanung - Die sozialräumliche Strategie

10.06.2020 · Artikel

Die sozialräumliche Strategie: die Zielgruppe eines Wohnungsbauprojekts identifizieren und für sie planen.
Wie identifiziert man die Zielgruppe eines Projekts und plant für sie?

Wie bestimmt man ein Wohnungsbauprojekt so nah wie möglich an den heutigen Bedürfnissen? Angesichts dieser Besorgnis vieler Projektträger hat das Büro CCHE eine sozialräumliche Strategie entwickelt, um auf eine sich ständig ändernde Nachfrage und einen zunehmend wettbewerbsorientierten Immobilienmarkt zu reagieren.

Durch die Kombination der Dienste einer Marktstudie mit unserem Know-how als Stadtplaner und Architekten bietet unsere Methode eine konkrete, maßgeschneiderte Antwort für jedes Wohnprojekt.

Das regionale Umfeld und den Immobilienmarkt analysieren

Eine erste Etappe besteht darin, detailliertes Wissen über das Umfeld des Projekts zu erlangen. Dieses stützt sich insbesondere auf eine Studie der aktuellen Planungen und Projekte sowie auf die Analyse statistischer Daten zum Wohnungsmarkt wie z. B. Leerstandsquote, Immobilienpreise oder Steuerbelastungen der Kommunen. Zu diesem quantitativen Ansatz kommt eine Feldstudie, die Informationen über die Zugänglichkeit und das Image des Viertels sowie über vorhandene Nahversorgungseinrichtungen liefert.

Das Ergebnis ist ein Porträt des Stadtviertels in verschiedenen Maßstäben, das die Vorteile und Beschränkungen des Standortes enthüllt.

Urbanisme La stratégie socio-spatiale Suisse

Regionale (makro) Skala

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Kommunale Skala (meso)

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Lokale (Mikro) Skala

Die Zielgruppe definieren

Aus dieser eingehenden Untersuchung des Umfeldes und der Analyse der statistischen Daten über die Bevölkerung, ergibt sich die Definition der Zielgruppe des Projekts, ihrer Merkmale und ihrer Bedürfnisse. Sie orientiert sich insbesondere an den Lebensphasen (Alter, Lebensweise), sozialen Schichten (Bildung, Einkommen, berufliche Situation) und Lebensstilen (Einstellungen, Werte) der heutigen und zukünftigen Einwohner der Gemeinde.

Beim Abgleich dieser Informationen erhalten wir die Definition von Standardprofilen von Bewohnern, mit denen wir spezifische Wohnbedürfnisse verbinden (Wohnfläche der Wohnungen, Mietkosten, Außenbereiche, Art des Zugangs, Möglichkeit der Inanspruchnahme von Gemeinschaftsräumen usw.). Die Antwort auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe wird dann das Architekturprojekt bilden.

Urbanisme La stratégie socio-spatiale Suisse

A: Couche supérieure bourgeoise, B: Classe moyenne classique, C: Rural traditionnel, D: Couche supérieure axée sur la formation, E: Classe moyenne ouverte, F: Travailleurs modernes, G: Avant garde urbaine, H: Alternatifs établis, I: Alternatifs improvisés

Für die Zielgruppe planen

Über eine einfache Programmstudie hinaus werden die Wünsche dieser zukünftigen Musterbewohner schließlich in das architektonische Projekt umgesetzt, indem die Merkmale, Nutzungen und das Ambiente der Gebäude definiert werden. Auf diese Weise kann man die Wohnungstypen (Duplex-, 1-Zimmer-, durchgehende Wohnung, Cluster...), ihr Ausstattungsniveau und ihre Ausführung, den Zugang zu einem Außenbereich oder zu Gemeinschaftsbereichen sowie ihre Position im Gebäude und in der Umgebung bestimmen.

Unser Ansatz führt zu einem Pflichtenheft, das uns ermöglicht, das Projekt zu unterstützen und sicherzustellen, dass die Vorschläge den Erwartungen der zukünftigen Bevölkerung entsprechen. Andererseits setzt unser Beitrag als Architekt die programmatischen Absichten in die Realität um und überprüft sie in Bezug auf Organisation und Umfang. Somit werden konkrete Vorschläge aus der theoretischen Studie in das Projekt integriert.

Etablierte Alternative

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A: Erdgeschoss mit kleinem Garten, Duplex, durchgehende Wohnung, Gründach, Bauen mit natürlichen Materialien, B: Attraktiver Innenhof mit Freizeit- und Erholungsbereichen, C: Nähe zu Naturgebieten, D: Kreative Umgebung

Aufgeschlossene Mitte

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A: Gute Sonneneinstrahlung, B: Großzügige und gut ausgestattete Wohnungen, C: Zugang zu Freizeit- und Erholungsbereichen, D: Nähe zu Naturgebieten, E: Nähe zu Kinderspielplätzen

Oberklasse

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A: Gute Sonneneinstrahlung, B: Großzügige und gut ausgestattete Wohnungen, C: Zugang zu Freizeit- und Erholungsbereichen, D: Nähe zu Naturgebieten, E: Ruhige Umgebung, F: Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, G: Ausblicke und Freigaben auf die Landschaft

Moderne Arbeitnehmer

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A: Kindereinrichtungen vor Ort oder in der unmittelbaren Nähe, B: Lebhafte und familiäre Wohnumgebung, C: Standard- und Funktionswohnung, D: Erschwingliche Mieten

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